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Unterschätztes Zeitdokument
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Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Tagebücher 1933-1943: 2 Bde. (Gebundene Ausgabe) Wer wie Dimitroff ein Tagebuch im Schatten stalinistischer Säuberungen schreibt,der kann es nicht wagen den Wortlaut von Stalins Weisungen an ihn auch nur geringfügig abzuändern. Es ist also wohl Stalin im Originalton, der sich 1939 über den Ausbruch des Krieges freut und am 07.09.39 dem Kominternführer die Sabotage der Verteidigungsanstrengungen aller von Hitler angegriffenen bzw. bedrohten Staaten befiehlt. Wenn wir hören, dass Stalin am 5.Mai vor Offiziersschülern davon spricht "die Armee im Geiste des Angriffs zu erziehen," so können wir annehmen, dass er dies -wie heute zumeist bestritten- auch tatsächlich so gesagt hat. Am 21.06., dem Vortag der deutschen Invasion, ist es dann Molotow der uns mitteilt, an der Westfront werde "ein großes Spiel gespielt. Nicht alles hängt von uns ab." Und am 03.10.41 hören wir von Woroschilow, dass man zu Kriegsbeginn Fehler gemacht habe. "Ein großer Teil der Truppen und Ausrüstung war [HE:wofür sonst als für einen Angriff ?] nahe der Grenze konzentriert, während die Verteidigungslinie im Innern noch nicht geschlossen war." Das alles sind nun Aussagen, die der Masse der heutigen Historiker und Politwissenschafter sehr ungelegen kommen. Da man allerdings Dimitroff nicht wegdiskutieren kann, verschweigt man ihn. Er verdient es ernst genommen zu werden. Um keinen Irrtum aufkommen zu lassen: 5 Sterne bekam das Werk, das sich, von Zitaten abgesehen, auf stichwortartige Eintragungen beschränkt, nicht der literarischen Qualitäten wegen. Es bekam sie aufgrund seines Wertes als glaubwürdiges Zeitdokument. Niemand, der Stalin so nahe stand wie Dimitroff, hat Vergleichbares publiziert !
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 26. Februar 2004 |